In der Lok-Klinik

  • Heute musste der Triebkopf vom VT08 (88720) in die Wartung. Er lief in letzter Zeit schlecht, d.h. Ursache finden.

    Auf dem Testkreis zog der Kopf bei 5V Fahrspannung ca. 450 mA, das ist ein bisschen viel, bei dem Gewicht des Triebkopfes wären max. 160-180 mA ok.


    Also mutig drauf los und das Teil zerlegt.


    Warnhinweis: Bei diesem Modell verbietet sich der Einsatz eines Ultraschallgeräts, der Rahmen und die Drehgestelle sind bedruckt!


    Das Gehäuse öffnet man am hinteren Teil, in dem man die Seiten leicht nach aussen drückt, ggf. einen Zahnstocher zur Hilfe nehmen.

    Dann den Deckel leicht anheben und nach vorne wegziehen, aufpassen das vorne die Kupplungsattrape nicht verschwindet...



    Oben liegt noch eine 50er im BW, da hatte sich der Vorläufer zerlegt, hoffentlich hält das Geklebe...


    Zurück zum VT08...

    Die beiden Schrauben, die die Platine halten, entfernen und die Platine nach hinten wegbiegen. Wer mag kann die Kabel ablöten.


    Man sieht noch das Märklin-Öl, warum der Gehäusedeckel geölt werden muss, wer weiss...




    Dann den Gehäusedeckel losschrauben, man sieht noch mehr Öl...



    Man sieht, Fusseln im Drehgestell. Drehgestell also entfernen und entfusseln.


    Überall Fusseln





    Aber auch ohne Drehgestelle zog der Motor noch über 400mA, eindeutig zuviel. Die Fusseln waren es nicht. Also alles weiter zerlegen und Motor ausbauen.

    Trotz intensiven Dauereinsatzes sahen die Kohlen gut aus, kurz reinigen und passt. Hierzu verwende ich einen Glasfaser-Reiniger.




    Ursache sind zugesetzte Kollektorspalten, diese waren völlig zu. Zum Reinigen verwende ich das Werkzeug auf dem Bild, ein ganz spitzer Kratzer.
    Danach den Motor mit Druckluft auspusten.

    Danach die Kohlen wieder eingesetzt und Motor getestet, 60 mA, Problem gelöst.


    Danach den Motor wieder einsetzen, und die hintere Welle einsetzen. Danach den Gehäusedeckel aufschrauben. Hierzu den Motorkondensator nach vorne biegen.

    Danach Testen, die Welle kann sich leicht verkanten.


    Danach den vorderen Teil wieder montieren und testen.


    Danach die Platine montieren und wieder testen, Schrauben nicht zu fest und nicht zu lose anziehen.


    Danach die Drehgestelle montieren und wieder testen, 110 mA.


    Bei diesem Wert blieb es dann auch im Testkreis.


    Danach vorne die Kupplung vorsichtig auf den Pin setzen und das Gehäuse montieren.


    Fertig!

    Tatsachen muß man kennen, bevor man sie verdrehen kann.(Mark Twain)

  • jo, jeder bringt seinen VT mit und Aki sucht dann die wegflutschenden Fummelteile auf dem Teppich...:P

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    Definition von Hobby: Mit dem maximal möglichen Aufwand den geringst möglichen Nutzen erzielen.

  • Hi Aki, Kassenpatient oder Einzelzimmer in der Lokklinik? ??

    Aber im Ernst, super Anleitung, damit kann ich etwas anfangen! Das wäre ja mal ein geniales Stammtischthema. ?


    Gruß,

    Marius


    Kann gerne am Stammtisch bei praktischen Übungen vertieft werden.
    Ist ja bei allen Drehgestell-Loks irgendwie ähnlich, die VT08 und SVT04 sind nur schwieriger zu öffnen.

    Tatsachen muß man kennen, bevor man sie verdrehen kann.(Mark Twain)

  • Kann gerne am Stammtisch bei praktischen Übungen vertieft werden.
    Ist ja bei allen Drehgestell-Loks irgendwie ähnlich, die VT08 und SVT04 sind nur schwieriger zu öffnen.

    Dann aber zu Haus. Im Restaurant ist es nur ein Schummerlicht.

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    Definition von Hobby: Mit dem maximal möglichen Aufwand den geringst möglichen Nutzen erzielen.