Deister-Diele XS modified, Teil 1

  • Ich bin ja total begeistert von den Deister-Dielen XS. Simpel, kleine Fläche, schneller Erfolg und wenn es mal "in die Hose" geht, bleibt der Verlust meist im Rahmen.

    Hier aus dem Forum habe ich einiges aufgeschnappt und auch meine eigenen Ansprüche haben zu Modifizierungen geführt, die allerdings teilweise die oben angeführte Eigenschaft "Simpel" aufheben, dafür aber Komfort einführen.


    Was habe ich verändert:


    - Die Holzart

    Ich habe 12 mm Pappelsperrholz verwendet und mir dies von https://www.plattenzuschnitt24.de/ zuschneiden und schicken lassen. Gute Arbeit, die Brettchen sind auf 1/10 mm maßhaltig. Ich habe die Zuschnitte unentgratet genommen, kostet weniger und kann man selber machen.

    Den Vorteil in Pappel sehe ich im Gewicht und der leichteren Bearbeitbarkeit, was für die weiteren Modifikationen wichtig war. Nachteil, um eine sauber lackierte Seitenkante zu erreichen, muss gespachtelt werden, dazu nehme ich meinen Plastik-Modelbau-Putty.


    - Farbgebung:

    Welcher RAL Farbton auch immer gewählt wird, die meisten werden ihn zu Hause nicht selber anmischen können und müssen zwangsweise auf ein (teures?) Fertigprodukt zugreifen. Ich bin davon weg und habe für mich entschlossen, dass meine Brettchen eine mittelgrau Farbgebung rundherum aus 10 Teilen Weiß und 1 Teil Schwarz erhalten. Mit einer Küchenfeinwaage lässt sich der Farbton hinreichend reproduzieren. Ich habe matt auftrocknende Acryl Farbe verwendet.



    -Die Füße

    Da keine Höhenverstellung der Füße vorgesehen ist, habe ich höhenverstellbare Füße entworfen. Ich habe diese sowohl nach alter Väter Sitte aus 6 mm dicken Scheiben, gesägt aus einem 18 mm Buchenrundholz, angefertigt, als auch welche aus dem 3D-Drucker benutzt. Die Holzscheiben bekommen zentrisch eine 4,5 mm Bohrung und eine 90° Senkung für eine M4 Senkschraube. Das Druckteil kommt natürlich schon mit allen Bohrungen versehen fertig vom Drucktisch. Die Senkschraube 12 oder 16 mm lang wird mit Uhu-Hart in den Fuß eingeklebt. Für den Trocknungsprozess kann die Schraube mit einer Unterlegscheibe und Mutter richtig in die Senkung und damit auch senkrecht hineinegezogen werden. Wie kommt der Fuß aber unter das Brett?




    -Die Aufnahme der Füße

    Für die Aufnahme der Füße wird im Brett ein M4 Gewinde benötigt. Damit das auch für Küchentischbastler nachvollziehbar ist, habe ich mir verschiedene Varianten ausgedacht. Wichtig ist nur das ihr eine "Lochzaubermaschine" habt, die senkrecht bohrt. Ich habe das auf einer über 20 Jahre alten Tisch-Säulenbohrmaschine gemacht die damals im örtlichen Eisenwarenhandel 99,- Mark gekostet hat. Senkrecht zu Bohren und die Aufnahmebuchsen senkrecht zu setzen ist wichtig, sonst stehen die Füße schief.



    An einem Stück Abfall Kistenbausperrholz zeige ich Euch die verschiedenen Varianten. Am einfachsten zu verwenden sind Hohlnietmuttern (Blindnietmuttern), die ganz Rechts zu sehen is. Für meine Nietmuttern ist eine Bohrung von knapp über 6 mm (6,2 bis 6,5) und 11 mm tief zu bohren und leicht anzusenken, damit der Bund bündig im Brett verschwindet. Da bei Hohlnietmuttern das Gewinde tiefer liegt, sind hier die Füße mit 16 mm Schraubenlänge zu verwenden. Für die anderen Buchsen reichen die 12 mm langen. Die Hohlnietmutter wird mit Uhu-Hart eingeklebt.

    Links neben der Hutmutter eine Ensat-Gewindebuchse, die eigentlich im Maschinenbau in weichen Metallen verwendet wird. Hier wird ein 6 mm Bohrung gebraucht, etwa 10 mm tief. Zum Eindrehen kann man eine M4 Stiftschraube (auch Madenschraube genannt) mit Mutter zum Kontern der Buchse verwenden. Läuft dle (Ständer-) Bohrmaschine (dran Denken, ans Senkrechte!) langsam genug kann man mit Motorkraft eindrehen, ansonsten das Bohrfutter von Hand drehen.

    Die Letzte Variante ist eine M4-Mutter. Hier eine 5 mm Bohrung mindestens 8 mm tief in das Brett bohren und den oberen Teil dieser Bohrung mit 7,5 mm, so tief wie die Mutter dick ist, aufbohren. Die Mutter (senkrecht) unter Verwendung von Uhu-Hart einpressen. Die grobe Gewindebuchse und die Einschlagmutter auf der linken Seite empfehle ich nicht. Eventuel gehen auch M4 Einschlagmuttern die im Hifi-Boxenbau etc. verwendet werden, die habe ich aber nicht da.

    Für MDF Bretter müsst ihr vermutlich etwas probieren wie sich die Ensat-Buchse am Besten eindrehen lässt, da MDF härter ist



    -Fertig



    So sieht ein 3D-Druck Fuß mit Ensat-Gewindebuchse am Brett aus.


    Viele Grüße

    Jens-Michael